, 12. Februar 2007 12 Kommentare

Jörg Kachelmann schreibt offenbar eine Kolumne bei T-Online (hab sie weitergeleitet bekommen von meinem Vater). Unter dem Titel «Lob der deutschen Wertarbeit» schreibt er aber nicht wirklich über Deutschland, sondern eigentlich fast nur über die Crossair. Den Schlenker zu Web’n'Walk von T-Mobile schafft er erst ganz kurz vor Schluss. Macht aber nichts.

Als jemand, der weniger Crossair geflogen ist, dafür aber mal im entscheidenden Moment dabei war, finde ich diese nachträglichen Einsichten natürlich interessant.

Hier der Volltext (würde eigentlich nur verlinken, aber ob T-Online weiss, was Permalinks sind?):

Liebe Freundinnen und Freunde von T-Online!

Es könnte natürlich auch das Lob der Schweizer Wertarbeit sein (dazu gehört zum Beispiel das neue Wetterportal www.meteocentrale.ch), aber weil ja T-Online in Deutschland (noch) ein bisschen stärker ist als in der Schweiz, soll dies ein Lob der deutschen Handwerks- und anderer Kunst sein. Und nicht wahr, liebe Landsleute in der Confoederatio Helvetica (darum heißt es CH auf unseren Autolandesklebern), wir sind ja manchmal auch froh um den “großen Kanton”, wie Deutschland mehr oder weniger liebevoll auch genannt wird.

Viele haben das heimliche Nachdenken über das eigene Testament schon wieder verdrängt, was einen früher beim Besteigen von Crossair-Flugzeugen ereilt hat. Für mich unvergessen die bemerkenswert hohe Zahl der abgebrochenen Landeversuche damals zwischen Dresden und Leipzig einerseits und Zürich andererseits. Wunderbar die jungen Flight Attendants, die nach Durchsagen der Crew uns Passagiere gefragt haben, ob wir etwas verstanden hätten, sie nämlich auch nicht, der Pilot könne leider weder deutsch noch englisch. Geradezu ein Highlight des Lebens die Mitteilung des Piloten vor dem Start, dass man nicht fliegen würde, weil zwei von drei Höhenmesser nicht funktionierten. Noch schöner die Mitteilung fünf Minuten später, dass die Zentrale in Basel beschlossen hat, dass man trotzdem fliegen solle. Es war ein stiller Flug und mit der Kraft der positiven Energien aller Insassen muss es der eine Höhenmesser bis zum Ende geschafft haben.

Und ich bin nicht so oft geflogen, und wenn ich schon das obige erleben durfte, so war es auch für mich nie überraschend, dass einmal die Crossair kurz nach dem Start senkrecht in den Boden flog und ein anderes Mal ein bisschen früher landete als üblich. Beide Male mit vielen Toten und der Verwunderung, wie so etwas möglich sein darf und kann. Und so sind wir heute dankbar, dass die Lufthansa ihre Kranichflügel (und offenbar ihre Sicherheitsstandards) appliziert hat und die Swiss kann wieder dort anknüpfen, wo die Swissair leider aufhörte, aber das ist eine andere Geschichte.

Und so ist es kein Wunder, dass Deutschland so viel exportieren kann, denn die Sachen funktionieren ja auch. Und manchmal gibt es neue Dinge, die einem noch ein echtes “Boah, ey” entlocken. Irgendwo unterwegs mal schnell ins Internet gehen zu können und die neuesten Wetterkarten sich anzusehen (nicht in PDA- und Black-Berry-Größe, eben so richtig, mit dem Laptop) ist eine sehr praktische Sache – aber noch immer hat nicht jede Autobahntanke einen Hot Spot. Und da gibt es nun etwas, das ist wirklich genial, und ich bekomme kein Geld dafür, dass ich es behaupte: Also, dieses web?n?walk-Ding von T-Mobile ist schlicht perfekt, funktioniert schnell, zuversichtlich und macht keinen Scheiß (Vorgängermodelle haben manchmal ziemlich rumgezickt und Software und überhaupt). Nicht so web?n?walk. Einfach rein in den USB-Slot und holla, die Waldfee.

Kurzum: Ehret einheimisches Schaffen, und bald fällt auch in den deutschen Mittelgebirgen auch mal wieder Schnee.

Herzlich Jörg Kachelmann

Juristischer Update, für alle, die es nicht täglich verfolgen: Nassenwil (“kurz nach dem Start senkrecht in den Boden”) ist vor kurzem verjährt (siehe Blick; hier noch ein informativer Blogbeitrag), zu unserem Fall Bassersdorf (“ein bisschen früher landen als üblich”) beginnt demnächst der Prozess.

Kategorie: Reisen