, 9. Januar 2009 5 Kommentare

Vorgeschichte: Am 8. Februar findet die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit Schweiz – EU statt, siehe Dossier beim Bund.

Die SVP macht Werbung dagegen mit einem umstrittenen Plakat, auf dem drei (osteuropäische?) Raben auf die Schweiz einpicken:

Ein Wahlplakat in Tagelswangen am Donnerstag, 8. Januar 2009. Am 8. Februar 2008 stimmt das Stimmvolk ueber die Personenfreizuegigkeit ab. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der Klein Report schreibt nun heute: Raben-Werbung der SVP stösste beim Vogelschutz sauer auf. (Nein, um den interessanten Tippfehler geht es heute nicht.)

(…) Am Freitag hat der Schweizer Vogelschutz (SVS) gegen die SVP-Plakate gegen die Personenfreizügigkeit mit den drei schwarzen Vögeln protestiert. (Schon ein bisschen unfreiwillig komisch, dieses «SVS pickt zurück gegen SVP.» pho) Raben seien weder listig noch aggressiv, hält der SVS fest. Die Kampagne sei auch inhaltlich unglücklich, betonte SVS-Geschäftsführer Werner Müller. «Raben sind gar keine Zugvögel, sondern sehr standorttreu», sagte er. «Es werden also sicher keine rumänischen Kolkraben in die Schweiz kommen.»

Aber am besten ist der letzte Satz:

In den kommenden Wochen will der SVS deshalb Porträts von Rabenvögeln an alle Schweizer Medien verschicken.

Ja, so war das früher. Da war man erstmal erschreckt, dann empört, dann hat man sich langsam besonnen und sich aufgerafft zu sagen, dass man in den «kommenden Wochen» ganz sicher etwas dagegen unternehmen werde.

Hallo? HEUTE müsst Ihr kommunizieren, lieber SVS, und morgen und übermorgen. Ein Rabenblog machen, eine Pro-Raben-Gruppe auf Facebook, ein Rabenvideo auf YouTube, ein Flash-Game mit einem sich überhaupt nicht bewegenden Raben (deswegen leicht zu realisieren) oder was auch immer. In den «kommenden Wochen» interessiert das nämlich keine Sau mehr.

Kategorie: Kommunikation, Reisen