, 2. April 2008 1 Kommentar

In der Schlange vor den Türen der re:publica wurde ich unfreiwillig Zeuge einer dieser Begegnungen, von denen ich auch schon viele hatte – man hat sich in Artikeln oder Posts gegenseitig ordentlich auf die Mütze gegeben, und nun trifft man sich plötzlich persönlich. Jetzt konnte ich mal zuhören, wie andere das handhaben.

Es traf: Thomas Thiel, Autor des FAZ-Artikels «Fröhliches Scheitern und Machen», in dem er mit dem 9-to-5-Event der ZIA abrechnet, auf Holm Friebe, der unter dem Titel «Wieso? Weshalb? Warum?» geantwortet hatte.

Ich war damals nicht dabei. Ich kannte vorher weder den FAZ-Artikel noch Holms Post. (Habe jetzt beide nachgelesen. Natürlich bin ich parteiisch, weil ich Holm kenne und schätze, aber der Absätze über Holm und seine Sonnenbrille ist wirklich selten dämlich und auch überhaupt nicht zielführend.) Der Inhalt des Gesprächs ist natürlich auch eigentlich mehr oder weniger privat.

Aber das Ende, zumindest das Ende, das ich gehört habe, weil ich danach drin war, war schon sehr bezeichnend: Thomas Thiel, etwa gleich alt wie Holm (Anfang 30), sagte: «Hättest ja auch mal anrufen können. Oder einen Leserbrief schreiben.» (Tenor: «… bevor Du so etwas Gemeines zurückschreibst.») Darauf Holm: «Ich werde in meinem Leben keinen Leserbrief schreiben.»

Er hat wirklich Le-ser-brief gesagt. Unglaublich. Aber so sind sie (manche von ihnen) halt. Selbst «stehen sie an einer riesigen Kanone» (Stefan Aust) und überhaupt haben keine Hemmungen, auch gezielt zu feuern, aber wenn man dann im gleichen Stil zurückschreibt – was etwa 2000 Leute lesen, den Artikel vorher dagegen 200’000 – dann sind sie beleidigt und hätten lieber einen Leserbrief gehabt, den sie dann gar nicht berücksichtigen oder aus dem sie einen Satz hätten zitieren können. Und das ist, wie soeben wieder gesehen, eben keine Generationenfrage.

Ich hab mal einen Leserbrief geschrieben – Mist! – aber ich würde es auch nie wieder machen.

Kategorie: Kommunikation, Leute
, 31. März 2008 0 Kommentare

Wow. Wartet ein paar Jahre, und Ihr werdet erhört werden.

Habe der Orbit-iEX-Conference, an der zu sprechen ich seit etwa sechs Jahren die wiederholte Ehre habe, in den letzten drei Jahren jedes Jahr mindestens dreimal gesagt: Macht doch mal ein nur etwas innovativeres Marketing als vor zehn Jahren. Ich hab ja nichts gegen Tramwerbung, gegen Plakatwerbung, gegen Zeitungswerbung und natürlich gegen Bannerwerbung – aber wenn nicht Eure Zielgruppe auch auf anderen Online-Kanälen erreichbar ist, wer dann.

Heute nun habe ich das wieder ganz nebenbei vorgetragen (der Ansprechpartner wechselt fast jährlich, daher ist es weniger penetrant als es vielleicht klingt), und wieder gesagt: Macht doch für die Konferenz eine HTML-Seite pro Referat (und nicht nur eine Tabelle) und sagt den Referenten, sie können ein paar Folien mit Slideshare oder ein kleines YouTube-Video einbinden (lassen). Also: Referent macht YouTube-Video, und (der Veranstalter) Compress embedded.

Habe mich aus dem Fenster gelehnt und gesagt: Jürg Stuker, Daniel Niklaus, Gerrit Taaks, Thomas Lang, Simon Künzler (einfach in der Reihenfolge der Liste die ersten, die ich kenne) – die machen doch sicher alle mit.

Und siehe da: Compress probiert es! Wow. Breiter Durchbruch an der Web-2.0.-Front. Nun bin ich nur noch gespannt, wer ausser den oben von mir “gesetzten” alles noch mitmacht.

PS. Merke gerade, man müsste sich noch einen gemeinsamen Tag überlegen. orbit-iex-conference-2008? Die Website hat ja die sinnige URL www.orbit-iex-seminare.ch und schreibt dann selbst “Orbit-iEX Konferenz”. Das muss natürlich einheitlich werden, soviel Ordnung muss selbst im Web 2.0 sein.

Kategorie: Kommunikation, Leute, Technik
, 26. März 2008 0 Kommentare

Mein medienlese-Post Fluch des Blogreflexes? von heute morgen im heute von heute auf Seite 11. (Sprachlich wird’s dann schon einfacher, wenn es bald Blick am Abend heisst.)

heute - Journalisten vs. Blogger

Schnell ist er ja, der Bö. Nur «ellenlang» natürlich falsch. Richtig wäre gewesen: «aufwändig», «differenziert», «ausgewogen argumentierend», «mit Liebe gemacht» etc.

Kategorie: Kommunikation
, 12. März 2008 2 Kommentare

Via turi2 von gestern (wie immer kein Permalink, erst 10 m runterscrollen):

«Wenn man die ganze Heuchelei über die Revolution des neuen Mediums Internet einmal abzieht, regiert die Blogger letztlich alle der Wunsch nach Einfluss und finanziellem Erfolg. Das zieht eine bestimmte Sorte Mensch an – besessen, getrieben und nie zufrieden.»

Andrew Keen, Journalist und Web-Unternehmer, spricht ein großes Wort gelassen aus.
“Brand eins”

«… und damit ganz und gar anders als der “normale” Journalist», möchte man noch ergänzen.

Kategorie: Kommunikation
, 12. März 2008 4 Kommentare

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In der Kürze liegt die Würze. (Das ist die ganze Nachricht.)

Kategorie: Kommunikation
, 7. März 2008 8 Kommentare

Im November schrieb ich nach einer Veranstaltung über den «Kommentar-Elitarismus bei NZZ Online». Urs Holderegger erzählte damals von ihren strengen Regeln: Wer nichts Gescheites zu sagen hat oder seinen richtigen Namen nicht angibt, dessen Kommentar wird mitleidslos gelöscht. Seitdem wundere ich mich nicht weiter, wenn ich bei NZZ Online kaum Artikel mit Kommentaren sehe (natürlich, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber wir reden hier von einer Site mit 7 Millionen Visits im Monat).

Umso mehr wunderte ich mich eben, als ich unter dem Artikel zum Rücktritt des Kommandanten der Schweizergarde die folgenden drei Kommentare fand (immer von unten nach oben, was nervig ist, denn wenn sich Diskussionen entwickeln, muss man erst ganz runterscrollen):

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Kategorie: Kommunikation, Technik
, 6. März 2008 3 Kommentare

Heute in 20min: Tschechien wird Europameister. Und die Schweiz schlägt Deutschland im Viertelfinale. Das hat alles die UBS (die «Marktanalysten des UBS Wealth Management Research Teams»; diese Leute rechnen sonst Sachen aus wie diese: dass «die Währungen der Welt derzeit in einem groben Missverhältnis zueinander stehen».) streng mathematisch irgendwie ermittelt.

Einziger Beleg für die Methode: Damals, vor der WM, hatte man auch Italien als späteren Weltmeister vorhergesagt. (Von dieser Geschichte habe ich allerdings 2006 niemals etwas gehört oder gelesen, nicht vor, nicht während, nicht nach der WM).

Hm. Von einer Bank, die auch nach monatelangem Rumrechnen immer noch nicht genau sagen kann, ob sie ihr Engagement im amerikanischen Immobilienmarkt aus der Portokasse zahlen kann oder daran zugrunde geht, lasse ich mir gar nichts prophezeien.

Natürlich, UBS, versuchen kann man es, mal wieder ein bisschen andere PR zu machen, aber ich mach mir mal mir mal einen Kalendereintrag für den Tag nach dem Endspiel, und dann kommen wir darauf zurück.

Ich würde mich ja für die Schweizer freuen, wenn sie die Gruppenspiele überstehen, aber wenn sie auf Deutschland treffen, na ja, da muss man schon seehr durch die rotweisse Brille blicken…

OK, vielleicht, wenn es ein Elfmeterschiessen gibt. Hahaa!

Kategorie: Kommunikation, Leute
, 5. März 2008 3 Kommentare

Am 12. Februar schickte ich aus der S-Bahn diese spontane Mail an die Zeix-Partner:

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Kategorie: Kommunikation
, 28. Februar 2008 5 Kommentare

«Des Kaisers neue Kleider» schreibt inside-it über das aus meiner Sicht bis jetzt vielversprechende, wirklich neuartige CI/CD der Swisscom.

Wir erinnern uns: Der Kaiser hat gar keine Kleider an, sondern läuft nackt durch die Stadt. Ist das neue Swisscom-Logo wirklich so schlecht, als hätte man gar keins an? Ich habe es heute schon mannshoch auf einem Dach am Zürcher HB gesehen, und ich finde, es hat was. Spontan fallen einem wirkliche Branding-Katastrophen aus jüngerer Zeit ein.

Aber der Autor analysiert ja fachkundig weiter: Es wird nämlich jetzt teurer, die Werbegeschenke zu bedrucken. Und neben dem Aussehen spielt im Fall am Ende auch die Qualität eine Rolle? Wir sind begeistert ob dieser Einsichten.

Ein eher mittelspektakuläres B2B-Angebot der Cablecom (Internet und VoIP-Telefonie in einem, sapperlot!)* dagegen zieht den Titel «Cablecom mit Rundum-Sorglos-Paket für KMUs», ein pressemitteilungswürdiger Titel (die tatsächliche heisst vergleichsweise schlicht «Cablecom business lanciert KMU-Lösung für Internet und Telefon».

Unter “rundum sorglos” stelle ich als KMUler eher noch ein, zwei andere Sachen vor, in diesem Fall mindestens wohl noch ein Mobiltelefonie-Angebot. Aber manche Leute sind offenbar ihre Sorgen schnell los.

* Ja, ich weiss, es ist jetzt entbündelt, daher ohne Swisscom-Grundgebühr, aber das konnte man sich ja nun an fünf Fingern abzählen, dass das jetzt kommen würde.

Kategorie: Kommunikation, Wirtschaft
, 27. Februar 2008 0 Kommentare

Kam eben per -EMail, wie eine automatische Antwort auf meinen Post von vorhin:

Sehr geehrter Herr Hogenkamp

Das Muster des Vertrags ist nun bei uns eingetroffen. Soll ich es Ihnen per Post zusenden oder per E-Mail?

Freundliche Grüsse
(Vorname Nachname)

Ja, ich geb’s zu. Es sind noch nicht alle gleich weit.

Was soll man da schreiben? Nachdem wir fünf «lustige» Varianten diskutiert hatten, habe ich «Bitte per E-Mail» zurückgemailt.

Kategorie: Kommunikation, Wirtschaft